Restaurierung von Metallkunst

Scheidhammer Gitter vor RestaurierungNachdem ich im letzten Blog über die erfreuliche Ökobilanz von Stahl berichtet habe, möchte ich heute über weitere Aufbereitungsmaßnahmen von Stahl berichten, die zwar nicht in der statistischen Berechnung dieser Bilanz auftauchen, aber nichts desto trotz in unseren Augen genauso wichtig sind:

Die Restaurierung, Konservierung und Rekonstruktion alter Kunstgegenstände

Stellen Sie sich vor Sie besuchen Paris und der Eiffelturm steht nicht mehr. – Gibt es nicht?  Unvorstellbar wäre es auf Reisen auf die Schätze vergangener Tage verzichten zu müssen:
Historische Gitter, Tore, Brunnen, Skulpturen und die dazugehörigen Prachtbauten: Alles Zeitzeugen vergangener Stilepochen wie Barock, Renaissance, Jugendstil oder Bauhaus.
Würde nicht jährlich viel Geld in die Restaurierung historischer Gebäude und Kunstdenkmäler gesteckt, wäre vieles davon schon nicht mehr vorhanden.

Doch was versteht man unter Restaurierung? Die Auffassung wie ein Kunstwerk zu restaurieren ist, hat sich im Laufe der Jahrhunderte jedenfalls verändert:

Definition Restaurierung:

Der Begriff der Restaurierung beschreibt nach dem internationalen Museumsverband ICOM alle Handlungen, die die Wahrnehmung, Wertschätzung und das Verständnis für ein Objekt fördern. Restaurierungsmaßnahmen werden nur dann ausgeführt wenn ein Objekt früher bereits verändert wurde oder durch Verlust und Zerstörung Teile seiner Bedeutung oder Funktion verloren hat.
Es gelten die Grundsätze des Respekts für das Original und seine Geschichte sowie der Reversibilität. Beispiele für eine Restaurierung sind etwa das Zusammensetzen einer zerbrochenen Skulptur.

Die Restaurierung unterscheidet sich somit von der Konservierung, die alle Maßnahmen erfasst, die den Zustand eines Objektes stabilisieren und das Eintreten von künftigen Schäden aufhalten bzw. mildern sollen. Geeignete Umgebungsbedingungen spielen dabei eine große Rolle. Allein die Reinigung eines Gegenstandes kann eine konservatorische Maßnahme darstellen. Darüber hinaus gibt es Maßnahmen die beide Bereiche umfassen können, z. B. Entsalzen einer Keramik, Entsäuerung von Papier.

Restaurierung früher

bedeutete die Wiederherstellung eines Kunst- oder Bauwerkes in den als ursprünglich erachteten Zustand. Diese Vorstellung orientierte sich teils am materiellen Bestand, teils aber auch daran, welche Bedeutung ein Objekt in einer neuen Gestaltung vermittelt sollte.
Als Vater der Restaurierung galt um 1830 Eugène Viollet-le-Duc. Nach ihm war die Restaurierung ein Vorgang der Herstellung eines ursprünglich gedachten, vollkommenen Zustandes, der möglicherweise so nie existiert hatte. Die bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein geltende Vorstellung der Restaurierung führte letztlich zu den Ausbauten des Kölner Doms oder des Ulmer Münsters. Bedeutung und ästhetische Bewertung wurden dabei eng verknüpft.

Bereits um 1840 widersprach John Ruskin dieser Auffassung. Er sah in der Restaurierung die Verfälschung des vorgefundenen Zustands und damit des Denkmalwertes eines Gebäudes. Nach ihm sollte die Konservierung eine Restaurierung unnötig machen. Darauf aufbauend war um 1900 die Forderung Georg Dehios: „Konservieren, nicht restaurieren“. Dehios war am Aufbau der Denkmalpflege in Deutschland maßgeblich beteiligt. Doch die Auffassung vom Werk als historische Quelle setzte sich nur langsam durch. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Restaurierung als Konservierung verstanden.

Scheidhammer Oberlichtgitter

Wie man nach heutigen Gesichtspunkten restauriert, erfahren Sie im nächsten Blogartikel.

 

Quelle: Wikipedia

Metallgestaltung von der Antike bis Heute

Scheidhammer SchmiedefeuerDer wehrhafte Schmied

Die Legende vom wehrhaften Schmied geht auf ein Geschehen in der Gertrudisnacht zurück. Das historische Vorbild des Schmiedes war wahrscheinlich ein Metzger, der in der Nacht vom 16. auf 17. März 1278 Graf Wilhelm von Jülich in der Aachener Jakobsstraße vor dem Weißfrauenkloster erschlug. Dieser war mit Gefolgschaft nach Aachen eingedrungen und wollte die freie Reichsstadt unterwerfen. Das Vorhaben scheiterte jedoch an der Gegenwehr der Aachener Bürger.

Aachen blieb reichsunmittelbar, musste jedoch 1280 einen Sühnevertrag schließen. Bestandteil dieses Vertrages war die Errichtung eines Sühnedenkmals am Ort, an dem das Geschehen mit der Erschlagung des Grafen gipfelte.

Der Schmied in der Antike

In der Antike entstand im Mittelmehrraum eine erste Blütezeit künstlerischen Schaffens, das mehrere Arbeitstechniken verband. Der Schmied ist einer der ältesten Berufe überhaupt. Seine Arbeit umgab stets etwas Mystisches, was wahrscheinlich an der Arbeit mit dem Feuer lag. In früherer Zeit waren die Schmiede hauptsächlich als Waffen- und Gerätehersteller geschätzt und gesucht.

Schon bald ergab sich eine Spezialisierung in die Berufe des Gürtlers und Ziseleurs. Das Berufsbild des Metalldrückers schließlich entwickelte sich vor ca. 170 Jahren.
Im ländlichen Raum war der Schmied auch im 20. Jahrhundert noch ein Handwerker mit sehr breitem Spektrum: als Beschlagsschmied für Wagen und Ackergeräte, als Hufschmied, Kunstschmied, Schlosser und Werkzeughersteller.

Besonders in den Städten mit ihren Zünften setzte die Spezialisierung schon früh ein, aber auch in bestimmten Regionen kristallisierten sich Spezialisten heraus wie Kupferschmiede, Nagelschmiede, Messerschmiede und Harnischmacher. Daraus etablierten sich bis heute bedeutende Firmen, wie. z.B. Solinger Messerschmiede.

Der Schmied wird zum Metallgestalter

Mit der Reform der Berufsbezeichnungen und der Vereinigung der Schmiede- und Schlosserinnung zur Metallinnung wurde aus dem Beruf des Schmiedes und des Schlosser einheitlich der Metallbauer.

Unter diesem Berufsbild gibt es heute:

  • Metallbauer, Fachrichtung Metallgestaltung
  • Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionstechnik
  • Metallbauer, Fachrichtung Fahrzeugbau

Die Metallgestaltung ist ein Teil der Metallbau-Branche. Sie umfasst alle Bereiche, in denen Metall-Halbzeuge durch warme oder kalte Verformung kreativ gestaltet werden. Metallgestaltung erfordert nicht nur die Kenntnis aller technischen Möglichkeiten, sondern auch ein hohes Maß an Formempfinden.

MetallgestalterINNEN fertigen und montieren heute alle gestaltenden Metallbauarbeiten, in und an öffentlichen und privaten Gebäuden: Dazu gehören z.B. Tore, Zäune, Gitter, Geländer, Treppen und Balkongitter, Umwehrungen, Beschläge, Kunst am Bau, Ausleger, Firmenschilder und Embleme, Brunnen, Skulpturen, Klangobjekte, Sakrale Ausstattungen und Gebrauchsgegenstände.

Und gerade weil der Beruf des Schmiedes schon so alt ist gibt es auch viele alte Objekte die erhaltungswürdig sind und der Restaurierung bedürfen. Daraus ergibt sich ein spannendes und sehr umfangreiches Aufgabengebiet. Dabei ist es immens wichtig, dass ausgebildete Restauratoren mit dem nötigen Sachverstand an diese Arbeiten herangehen.

Denn Hand aufs Herz: Was wären Urlaubs- oder Städtereisen ohne die Zeitzeugen vergangener Jahrhunderte?Scheidhammer Blattfeder geschmiedet

Schmiedetreffen:

Und weil kreativ tätige Metallgestalter auch gerne Ihr Können demonstrieren, möchte ich noch auf zwei Schmiedetreffen hinweisen:

Schmiedetreffen in Stia/Italien vom 05.-08. September 2013
mit gleichzeitiger Austragung 6. Schmiedeweltmeisterschaft und

2. Oberbayerisches Schmiedetreffen am 14.-15.September 2013
im Freilichtmuseum von Markus Wasmeier in Schliersee

Mehr Informationen dazu unter:
www.metall-aktiv.de
www.wasmeier.de/das-museum/schmiede.html

Waren Sie schon einmal auf einem Schmiedetreffen und haben dem besonderen Flair beigewohnt? – Schreiben Sie uns Ihre Eindrücke!

 

 

Quelle: ABV Verlag und Wikipedia